Antrag Urban Gardening in Unterföhring

Aktuelle Informationen zu unserem Antrag Urban Gardening (21.04.21):

In der Zwischenzeit hat sich herausgestellt, dass das im Antrag genannten Grundstück von der Gemeinde Unterföhring bereits an den Kleingartenverein verpachtet ist. Herr Kapfenberger (Bauamt Unterföhring) hat uns bei der Erstellung des Antrags unterstützt und dieses Grundstück vorgeschlagen. Die Information, dass das Grundstück verpachtet ist wurde uns nicht mitgeteilt. Wir erwarten eine Klarstellung der Gemeinde zu diesem Vorgang und den Vorschlag eines geeigneten Grundstücks.

 

Neuer Anlauf für ein Gemeinschaftsgarten-Projekt in Unterföhring – unsere Fraktionsvorsitzende Gisela Fischer hat am 10. April den folgenden Antrag gestellt:

Sehr geehrter Herr Kemmelmeyer,
sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen des Gemeinderates,

die Gemeinde Unterföhring möge für Bürger*innen, ohne Garten und Möglichkeit Gemüse anzubauen, Parzellen zur Verfügung stellen für den urbanen Gartenbau, auch genannt „Urban Gardening“.
 Dieses Projekt „Gemeinschaftsgarten Unterföhring“ wird an geeigneter Stelle auf den im Bebauungsplan Kleingartenanlage mit der Fl.Nr.881/2 und 881/3 bezeichneten Flächen realisiert. Hierzu möge beispielhaft der im Anhang befindliche Plan einer möglichen Situierung der Parzellen, der Wasserstelle etc. dienen. 
In diesem Zusammenhang bedanken wir uns bei Herrn Kapfenberger für die freundliche Unterstützung bei der Suche nach einem geeigneten Grundstück.
 Für die Realisierung des Projektes „Gemeinschaftsgarten Unterföhring“ möge die Gemeinde Unterföhring folgende Infrastruktur zur Verfügung stellen:

Organisatorisches
–  Vergabe von Parzellen à 20 qm durch die Gemeinde (Klimaschutzbeauftrage) für jeweils eine Gartensaison gegen eine jährliche Nutzungsgebühr von z.B. 60,00 €.
–  Pflege (z.B. Rasen) durch Bauhof oder aber auch in Eigenregie der Nutzer
–  2-3 Nutzer bilden ein Organisations-Team (1 Haupt-Ansprechpartner*in für die Gemeinde)

Benötigt werden
–  Humusreicher Mutterboden, gute Bodenqualität (evtl. Aufbringung einer Schicht Erde)
–  Bewässerungslösung mit Entnahmestelle (Handpumpe oder Wasserhahn) 
Tipps hierzu unter: https://urbane-gaerten.de/praxisseiten-urbane-gaerten/107- 
praxisblaetter/urbane-gaerten/1442-wasser1 

–  Umzäunung, nicht zu hoch (z.B. Staketenzaun)
–  Evtl. Sitzmöglichkeit mit Überdachung gegen Sonne und Regen (Pavillon / Sonnensegel)
–  Wege außen: Rasen mit Rasenkantensteinen zum Acker
–  Wege innerhalb des Ackers: Bodenplatten
–  Geräteschuppen
–  Grundausstattung Gartenwerkzeug
–  Kompost / Wurmkiste

Darüber hinaus wären folgende Maßnahmen wünschenswert
–  Pflanzung von heimischen Beeren (Himbeer- Johannisbeeren, Brombeeren) am Zaun entlang als Naschzaun auch für Passanten und Blühstreifen.
–  Evtl. Hochbeete zur gemeinschaftlichen Nutzung (Kräuter, Starkzehrer Gemüse*), evtl. integriert in Sitzecke.
*Zu den Starkzehrern gehören in den meisten Fällen schnell wachsende Pflanzen, die eine große Zahl oder verhältnismäßig große Früchte hervorbringen
–  Feuerstelle (hier könnte auch die Feuerstelle der Kleingartenanlage gemeinsam genutzt werden)
–  Integrative und generationenübergreifende Nutzung ermöglichen für Helferkreis, Kindergärten, Schulen (Ganztag), Hort, Senioren usw., evtl. unterstützt durch Sozialarbeiter etc.

Begründung: Urbaner Gartenbau, auch Urban Gardening genannt, ist eine kleinräumige, gärtnerische Nutzung gemeindlicher Flächen im Umfeld der Bewohner. 
Die umweltschonende Produktion und ein bewusster Konsum der eigenen Erzeugnisse stehen dabei als Gedanke im Vordergrund. In unserer Zeit haben immer mehr Menschen Interesse an Nahrungsmitteln, die umweltverträglich und sozial gerecht produziert werden.
 Nicht jeder hat jedoch einen eigenen Garten. Und nicht jeder kann es sich leisten im Biomarkt einzukaufen.
 So erlebt der urbane Gartenbau in den letzten Jahren in vielen Gemeinden großes Interesse, siehe z.B. in Ismaning, Garching, Johanneskirchen. Neben der Teilversorgung mit den eigenen angebauten Produkten hat das Gärtnern in der unmittelbaren Nachbarschaft weitere Effekte: die Verbesserung des Mikroklimas, den Beitrag zur Artenvielfalt, die Sensibilisierung für nachhaltige Lebensstile usw.
 Beim Gärtnern begegnen sich die Bewohner und die Kinder lernen spielerisch nachhaltig produzierte Nahrungsmittel zu schätzen, auch kann z.B. ein gemeinsames Erntefest etc. gefeiert werden.
 Gerne möchten wir auch die Synergieeffekte mit anderen Vereinen, wie zum Beispiel dem Kleingartenverein Unterföhring e.V. oder dem Helferkreis hinweisen, die sich dort begegnen können. 
Über eine positive Beschlussfassung würden wir uns sehr freuen.

Mit freundlichen Grüßen

Gisela Fischer, Fraktionsvorsitzende

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Bebauungsplan Kleingartenanlage Gemeinde Unterföhring

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Planungsskizze Gemeinschaftsgarten © Dr. Michael Heere

 

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